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Einsätze

Sonntag, 05. Juli 2015

Sturm über Ehringen deckt Dächer ab

Nach den Unwettereinsätzen am Samstag sorgten kräftige Unwetter mit Starkregen und extremem Sturm am frühen Sonntag Abend erneut für zahlreiche Einsätze - meist Sturmschäden. Einsatzschwerpunkt war Ehringen, aber auch in Lütersheim und Volkmarsen gab es Unwetterschäden.

Kurz vor 18 Uhr alarmierte die Leitstelle zunächst die Feuerwehren Ehringen und Lütersheim, nachdem ein Sturm über Ehringen hinweg gefegt war. Stadtbrandinspektor Kai Wiebusch und Stellvertreter Andreas Wilke rückten ebenfalls nach Ehringen aus und ließen die Feuerwehren Volkmarsen und Külte sowie die Drehleitern Wolfhagen und Bad Arolsen sowie den Rüstwagen aus der Residenzstadt nachalarmieren. Der Einsatz der Drehleiter aus Wolfhagen musste in Ehringen bereits nach wenigen Minuten unterbrochen werden, da Einsatzstellen im eigenen Stadtgebiet zu bearbeiten waren. Bürgermeister Hartmut Linnekugel machte sich vor Ort ein Bild von der Lage.

 

Ein Einsatzschwerpunkt war die Beseitigung von umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen auf Verkehrswegen, im Wesentlichen auf der L3075 zwischen Volkmarsen und Wolfhagen sowie zwischen Ehringen und Niederelsungen. Die Straße zwischen Lütersheim und Ehringen wurde gesperrt. Sofern Gefahr bestand, dass die Bäume auf Verkehrswege kippen, schwere Äste abbrechen oder drohten, Gebäude zu beschädigen, griff die Feuerwehr ein.

 

Mehrere Bäume entlang der Bahnstrecke Volkmarsen - Wolfhagen wurden entwurzelt und blockierten die Gleise oder drohten, auf die Gleise zu kippen. Der Bahnverkehr wurde auf diesem Abschnitt eingestellt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Nicht alle umgestürzten Bäume konnten mit der Ausrüstung der Feuerwehren beseitigt werden. Ein privates Forstunternehmen war mit einem Holzrückefahrzeug und mehreren Mitarbeitern im Einsatz. Der Notfallmanager der Bahn orderte einen LKW-Bergungskran mit 60-Tonnen-Winde, der jedoch einen umgestürzten Baum im Bereich der Fußgängerbrücke aufgrund der Geländebeschaffenheit nicht bergen konnte. Die Bahnstrecke bleibt daher auch am Montag zunächst weiter gesperrt. Hier ist größeres Gerät erforderlich, das aufgrund zahlreicher Einsätze in Nordhessen am Sonntag nicht mehr zur Verfügung stand.

 

Zwischen Oberstraße, Niederelsunger Straße, Rasenweg, Querstraße und Lindenberg hinterließ der Sturm eine Schneise der Verwüstung. Zahlreiche Dächer wurden beschädigt, Bäume kippten um, unter anderem auf einen Stromverteilerkasten und eine Telefonleitung, andere drohten, auf Gebäude bzw. Verkehrswege zu kippen. Firmen stellten Schutzausrüstung und Motorsägen zur Verfügung, Feuerwehrleute unterstützten mit ihren privaten Geräten. Umgestürzte Bäume auf Privatgrundstücken ohne akute Gefahr müssen die Grundstückseigentümer selbst beseitigen. Der Notdienst des Netzbetreibers EAM war im Einsatz. Mit den Drehleitern aus Bad Arolsen und Wolfhagen sowie des Hubsteigers der Stadt Volkmarsen wurden zahlreiche Dächer notdürftig abgedichtet, viele Hausbesitzer legten selbst Hand an oder orderten noch am Sonntag Dachdecker-Firmen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiteten sich sukzessive durch die Straßen, die Arbeiten dauerten bis in die Nacht.

 

In Volkmarsen und Lütersheim wurden einige Keller überschwemmt, am Gleisdreieck lagen abgebrochene Äste auf der Fahrbahn. Das Deutsche Rote Kreuz Ehringen versorgte die Einsatzkräfte, die mehrfach die Arbeiten aufgrund weiterer Gewitter unterbrechen mussten, mit Kaffee, Wasser und Würstchen. Um 0:30 waren alle Einsatzstellen der Feuerwehr abgearbeitet. Die Aufräumarbeiten und die Beseitigung aller Schäden werden jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Fotos: Stefan Schaub, Feuerwehr Ehringen


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