Die Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren ist in den Einsatzabteilungen ein wichtiger Aspekt für die erfolgreiche Einsatzabwicklung. Bedingt durch den Standort der Drehleiter arbeitet die Feuerwehr Volkmarsen häufig mit der Wehr aus Bad Arolsen zusammen. Ein Ziel dieses Ausbildungswochenendes war es, diese Zusammenarbeit bereits frühzeitig mit den Kindern und Jugendlichen zu üben. So hatten die Jugendwarte Johannes Hänle (Volkmarsen) und Jan Schulze (Bad Arolsen) eine gemeinsame Übung geplant.
Das zentrale Objekt für den gemeinsamen „Einsatz“ am frühen Samstag Abend war die Firma „Ludwig Germann Nordhessische Wirkwarenfabrik“ in der Lütersheimer Straße. Hier wurden die 50 Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehren aus Volkmarsen und Bad Arolsen, die mit 6 Einsatzfahrzeugen vor Ort waren, vor eine umfangreiche Aufgabe gestellt: Angenommen wurde ein ausgedehnter Brand im 2. Obergeschoss, drei Personen wurden vermisst. Außerdem galt es die „Einsatzstelle“ an der viel befahrenen Straße abzusichern. Letzteres übernahmen die Besatzungen des Gerätewagen Logistik (GWL) und des Einsatzleitwagens (ELW).
Währenddessen bereitete sie Besatzung des Volkmarser Löschgruppenfahrzeugs den Innenangriff zur Personenrettung durch den Haupteingang vor. Mit Atemschutzgerät und Schlauch machten sich die Jugendlichen an die Arbeit. Parallel drangen die Jugendlichen der Feuerwehr Bad Arolsen durch den Nebeneingang in das Gebäude ein. Die Drehleiter wurde in Stellung gebracht, um eine aus dem Fenster schreiende Person zu retten.
Weitere Jugendliche begannen unterdessen mit der Brandbekämpfung von Außen. Nachdem mehrere Strahlrohre eingesetzt wurden, konnte nach 40 Minuten „Feuer aus“ und „alle vermissten Personen erfolgreich gerettet“ gemeldet werden. Wie im regulären Einsatz wurde zur Belüftung der Räumlichkeiten der Überdrucklüfter in Stellung gebracht.
Zahlreiche Mitglieder der Einsatzabteilungen der beiden Feuerwehren haben die Kinder und Jugendlichen bei der Übung unterstützt. Die Verantwortlichen werteten die gemeinsame Übung als großen Erfolg und wichtigen Schritt in der städteübergreifenden Zusammenarbeit der Feuerwehren. Und vor allem: den Nachwuchs-Einsätzkräften hat es sehr viel Spaß gemacht – und das gemeinsame Abendessen nach getaner Arbeit war auch sehr lecker.
Im nächsten Jahr soll eine gemeinsame Übung in Bad Arolsen stattfinden. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Ludwig Germann für die Bereitstellung des Objektes für die Übung.
Während des 24-Stunden-Dienstes waren durch de Jugendlichen weitere Einsätze zu absolvieren: Bereits am Samstag Vormittag galt es, einen brennenden Mittelkassewagen zu löschen, nach dem Mittagessen musste eine nach Verkehrsunfall verletzte und im Fahrzeug eingklemmte Person gerettet werden. Zwischendurch stand theoretischer Unterricht und Fortbildung in Erster Hilfe auf dem Dienstplan. Nachts um 1 Uhr wurden die Jugendlichen wegen einer unklaren Rauchentwicklung am Sportplatz in Lütersheim aus dem Schlaf gerissen – diesmal war es Fehlalarm. Wie im wirklichen Feuerwehrleben war die Nacht dann schlagartig zu Ende: morgens um 6 Uhr wurde im Gebiet des Hochwasserdamms im Stadtteil Ehringen eine Person vermisst. Nach 2 Stunden Suche in der verregneten Morgendämmerung fand man die „alkoholisierte Person“ im Bachlauf. Zu einem der häufigsten Einsätze wurden die Jugendlichen nach dem Dienstsport gerufen: Fehlalarm durch eine Brandmeldeanlage – ein realistischer Abschluss eines interessanten Dienstes.
zur Bildergalerie >